Brautstehlen oder auch Brautentführung genannt, zählt zu den ältesten Hochzeitsbräuchen. Es dient einerseits zur Unterhaltung des Brautpaares und auch der Gäste, andererseits hat die Tradition auch eine tiefere symbolische Bedeutung: die Braut nimmt Abschied vom Elternhaus und startet mit dem Bräutigam in einen neuen Lebensabschnitt.

Damit das Brautstehlen nicht einer echten Entführung ähnelt, muss das Brautpaar im Vorhinein Bescheid wissen bzw. zustimmen.

Wenn der Bräutigam die versteckte Braut gefunden hat, muss er entweder ein Lied singen, dem Veranstalter Geld geben oder er verpflichtet sich, in der Ehe den Haushalt zu übernehmen.
Nach der „Verhandlung“ wird die Braut freigelassen und kommt zu ihrem Bräutigam zurück.

Der Bräutigam kann somit beweisen, dass er ein gestandener Ehemann ist und seine Frau immer auf ihn zählen kann.